EU-Überprüfung: Aserbaidschans strategische Bedeutung für Handel und Energie wächst

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Eine Überprüfung des Geschäftsklimas in Aserbaidschan durch die Europäische Union im Jahr 2024 zeigt ein steigendes Vertrauen der Investoren: Über 70 % der europäischen Investoren planen eine Ausweitung ihrer Aktivitäten, weitere 22 % beabsichtigen, ihr derzeitiges Niveau beizubehalten. Der Anteil der Investoren, die sich erneut für Aserbaidschan entscheiden würden, stieg von 80 % im Jahr 2021 auf 92 % im Jahr 2024.

Die Überprüfung stellte fest, dass trotz geopolitischer Spannungen das stabile makroökonomische Umfeld, die starke Außenhandelsposition und der Haushaltsüberschuss Aserbaidschans von Vorteil waren. Während der Öl- und Gassektor weiterhin dominiert, gibt es bedeutende Expansionspläne in den Bereichen erneuerbare Energien, Bauwesen und IKT. Die Dekarbonisierungsmaßnahmen der Regierung haben ein rasantes Wachstum im Bereich der grünen Energie befeuert, deren Anteil bis 2030 auf 35,5 % steigen soll. Das Land treibt auch die regionale Konnektivität durch Initiativen wie den Energiekorridor Kaspisches Meer–Schwarzes Meer voran.

Der Bausektor verzeichnete 2022–2023 ein starkes Wachstum, das durch staatlich finanzierte Wiederaufbauprojekte in Bergkarabach und Ost-Zangezur angetrieben wurde. Auch die Transport- und Logistikbranche hat an strategischer Bedeutung gewonnen. Der Bericht hob das günstige Geschäftsumfeld Aserbaidschans hervor und nannte die geografische Lage, die politische Stabilität und die berechenbare Wirtschaftspolitik als wichtige Vorteile für Investoren.

Der Bericht lobte auch die Verbesserungen bei den digitalen öffentlichen Dienstleistungen und ein neues Investitionsgesetz zur Förderung der Wirtschaft. Er hob die zentrale Rolle Aserbaidschans im Mittleren Korridor, einer wichtigen Handelsroute zwischen Europa und Asien, hervor und betonte gleichzeitig die Notwendigkeit weiterer Infrastrukturverbesserungen und eines Bürokratieabbaus.

Handelsdaten aus dem ersten Halbjahr 2025 zeigen, dass der Handelsumsatz Aserbaidschans mit EU-Ländern 10,5 Milliarden US-Dollar betrug, was einem Anstieg von 22,6 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Exporte in die EU stiegen um 24,2 % auf fast 9,1 Milliarden US-Dollar. In diesem Zeitraum waren Italien, Deutschland, die Tschechische Republik, Griechenland und Spanien die wichtigsten EU-Handelspartner Aserbaidschans.

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