Russland und Iran lehnen US-geführtes Friedensabkommen im Südkaukasus ab; drohen Armenien und Aserbaidschan

Während das von den USA vermittelte Friedensabkommen zwischen Armenien und Aserbaidschan international breite Zustimmung fand, reagierten Russland und Iran mit scharfer Kritik. Beide Länder sprachen sich gegen den Zangezur-Korridor aus, warnten vor einem wachsenden Einfluss der USA und der NATO im Südkaukasus und plädierten für regionale Lösungen, die die Souveränität respektieren.

Reaktionen aus Russland

Konstantin Satulin, Mitglied der russischen Staatsduma, kritisierte die Teilnahme Armeniens an den Gesprächen in Washington scharf und bezeichnete sie als den „verabscheuungswürdigsten“ Aspekt des Abkommens. Er warnte, dass das Abkommen den USA ermöglichen würde, Einfluss in der Region zu gewinnen, wodurch Russland und der Iran gezwungen wären, zu reagieren. Er argumentierte, dass das Abkommen in erster Linie den nationalen Interessen der Türkei, Israels, der USA und Aserbaidschans diene, während Russland und der Iran Gefahr liefen, an Einfluss zu verlieren. Satulin warf Premierminister Paschinjan vor, sein Land zu verraten und dessen nationale Interessen zu ignorieren. Andere russische Politiker, wie der Abgeordnete Andrej Gurulyov, schlugen vor, Russland könne wirtschaftlichen Druck auf Aserbaidschan ausüben.

Das russische Außenministerium erklärte, der optimale Ansatz zur Lösung regionaler Probleme bestehe darin, dass die Länder selbst mit Unterstützung ihrer Nachbarn – Russland, Iran und Türkei – Lösungen erarbeiten. Das Ministerium betonte, dass nicht-regionale Akteure keine zusätzlichen Spaltungen schaffen sollten, und bekräftigte, dass trilaterale Abkommen unter Beteiligung Russlands weiterhin relevant seien.

Reaktionen aus dem Iran

Die iranischen Behörden haben wiederholt vor der Öffnung des Zangezur-Korridors gewarnt. Abbas Mousavi, der ehemalige iranische Botschafter in Aserbaidschan, bezeichnete die Beteiligung der USA in dieser Angelegenheit als „interessant und gefährlich“. Der iranische Außenminister Abbas Araghchi bekräftigte die Unterstützung des Iran für einen Frieden auf der Grundlage der Achtung der Souveränität und territorialen Integrität, äußerte jedoch Besorgnis über jede ausländische Präsenz, insbesondere die Beteiligung eines amerikanischen Unternehmens, die seiner Meinung nach die regionale Stabilität gefährden könnte. Der iranische Präsident Masoud Pezeshkian wies jedoch darauf hin, dass der Korridor eine Transitstraße sei, die unter der Souveränität und Gerichtsbarkeit Armeniens gebaut werde, was im Einklang mit der erklärten Position des Iran stehe.

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