SOCAR-Präsident hebt Herausforderungen bei der Kapitalallokation hervor, priorisiert Öl und Gas und stellt Unterinvestitionen in grünen Wasserstoff fest

Am 22. Januar erklärte Rovshan Najaf, Präsident der staatlichen Ölgesellschaft Aserbaidschans (SOCAR), während einer Podiumsdiskussion auf dem Weltwirtschaftsforum 2026, dass ein umfassender Ansatz über alle Energieressourcen hinweg erforderlich sei, um zu verstehen, wie Unternehmen Kapital freisetzen können. Najaf betonte, dass im Kontext der Dekarbonisierung klar zwischen den Technologien unterschieden werden müsse. Er erklärte, dass Maßnahmen wie der Inflation Reduction Act (IRA) primär für Wind- und Solarenergie, Batterien und Elektrofahrzeuge funktionierten, jedoch noch nicht für grünen Wasserstoff und grünes Ammoniak.

Er erläuterte, dass der Großteil der Mittel derzeit in erneuerbare Energien fließt, während Bereiche wie Kohlenstoffabscheidung, grüner Wasserstoff und die Reduzierung von Methanemissionen deutlich weniger Investitionen erhalten, da ihnen nachhaltige kommerzielle Modelle fehlen. Najaf betonte, dass wirtschaftlicher Nutzen und Zugang zu Finanzierung essenziell seien. „Geschäftsbanken finanzieren keine unrentablen Projekte“, fügte er hinzu.

Najaf merkte ferner an, dass Unternehmen zwar bereit seien, eine Vorreiterrolle bei neuen Technologien einzunehmen, aber Prioritäten setzen müssten. „Im aktuellen Umfeld werden Öl und Gas wieder zum Schlüssel. Als CEO muss ich Entscheidungen über die Kapitalallokation treffen, und natürlich bleiben Öl und Gas eine Priorität. In dieser Situation habe ich keine verfügbaren Mittel, um in nicht-kommerzielle Technologien zu investieren, sofern es keine externe Finanzierung für Öl- und Gasprojekte gibt“. Er wies darauf hin, dass Investitionen in Öl und Gas bedeuten, dass diese Mittel nicht mehr für Wasserstoff-Pilotprojekte zur Verfügung stehen.

Najaf hob zudem hervor, dass die Dekarbonisierung gegenüber Sektoren wie KI und Rechenzentren, die schnelle Renditen bieten, an Boden verliert. Diese Sektoren ziehen aufgrund der hohen Stromnachfrage und klarer Geschäftsmodelle Investoren massiv an. Innerhalb des Energierektors fließe Kapital primär dorthin, wo es garantierte Cashflows gibt, wie etwa bei Stromabnahmeverträgen (PPAs) für Solar- oder Windenergie.

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