Spannungen zwischen Kirche und Staat nehmen nach Verhaftung Geistlicher und Entschuldigung von Paschinjan zu
Vom 15. bis 17. August verurteilte Nathan Hovhannisyan, Direktor der Abteilung für Außenbeziehungen und Protokoll der Mutterkirche von Etschmiadsin, die Verhaftung von zwei Geistlichen, die sich zu Bergkarabach geäußert hatten. In der gleichen Zeit entschuldigte sich Premierminister Nikol Paschinjan öffentlich für bestimmte Äußerungen, die von der armenischen Kommission zur Korruptionsbekämpfung beanstandet worden waren.
Nathan Hovhannisyan erklärte, dass zwei hochrangige Geistliche wegen der Äußerung wahrer Tatsachen verhaftet worden seien. Hovhannisyan betonte, dass die Kampagne gegen die Kirche eskaliert sei, nachdem Seine Heiligkeit in Bern erklärt hatte, dass er die Rechte der Menschen in Bergkarabach und ihr Erbe schützen wolle. „Die Behörden waren darüber unglücklich“, erklärte er und fügte hinzu, dass solche Maßnahmen die Geistlichen nicht zum Schweigen bringen würden. Hovhannisyan schloss mit den Worten: „Nikol Paschinjan wird den Katholikos nicht entfernen können; die Kirche ist kein Spielzeug. Sie ist nicht die Nationalversammlung, der man eine Nachricht auf WhatsApp schicken kann.“
Am 17. August schrieb Nikol Paschinjan auf seiner Facebook-Seite, dass er sich bei der Öffentlichkeit entschuldige, wobei er jedoch seine Ablehnung einiger Einschätzungen der Kommission zum Ausdruck brachte. „Die armenische Kommission zur Korruptionsbekämpfung hat in meiner Rede zwei bekannte Vorfälle als Verstoß gegen die Verhaltensregeln festgestellt. Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, auch wenn ich einigen Einschätzungen in den Entscheidungen nicht ganz zustimme, entschuldige ich mich bei Ihnen allen“, erklärte er.
Paschinjan betonte, dass sich seine Entschuldigung speziell auf die beiden von der Kommission hervorgehobenen Äußerungen beziehe, und bekräftigte sein Engagement für die Wahrung politischer, spiritueller und moralischer Grundsätze mit der Unterstützung des Volkes. Er wies auch darauf hin, wie wichtig es sei, im Kontext der spirituellen Erneuerung besser mit seinen Emotionen umzugehen, und betonte, dass Toleranz und Respekt gegenüber staatlichen und demokratischen Institutionen für die politische und nationale Erneuerung unerlässlich seien.
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